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Für SNMP gibt es zwei Scan-Module. Der Unterschied liegt in der Protokollversion und damit in den Zugangsdaten, die ein Ziel verlangt: Beide Module lassen sich nebeneinander betreiben: die älteren Geräte über SNMP v1 und v2, die auf v3 umgestellten über SNMPv3. Voraussetzung ist in beiden Fällen ein verbundenes Gateway. Der Assistent zeigt für beide vier Schritte; nur der Mittelteil unterscheidet sich vom Standardweg aus Auftrag anlegen.

Voraussetzungen

Beide Module erfassen aktive Netzwerkkomponenten wie Switches, Router und Drucker über vordefinierte MIBs, etwa die Printer-MIB und die RFC1213-MIB, und dazu, welches System an welchem Switch, Port und VLAN hängt.

Ports und Protokolle

Rechte

  • SNMP v1 und v2 braucht eine lesende Community, im Standard public.
  • SNMPv3 braucht die Zugangsdaten des Geräts: Benutzername, Algorithmus und Passwort für Authentifizierung und Verschlüsselung, gegebenenfalls einen Kontextnamen. Bei der Sicherheitsstufe ohne Verschlüsselung (authNoPriv) bleiben Verschlüsselungsalgorithmus und Verschlüsselungspasswort leer, ohne konfigurierten Kontext auch der Kontextname.
  • Der Rechner des Gateways ist auf den Geräten für SNMP-Abfragen freigegeben, über eine Zugriffsliste oder Whitelist.
  • Je nach Gerät muss der Zugang zusätzlich auf den OID-Baum berechtigt werden – über die Community oder die Gruppe.

Voraussetzungen im Netz

  • SNMP v1, v2c oder v3 ist auf dem Gerät aktiviert.
  • Die Firewall lässt den Port durch. Flooding Protection (ICMP, UDP) und Intrusion Protection blockieren die Abfragen nicht.
  • Die Geräte antworten auf Ping.
  • Für die Topologie sprechen Switches, Router und Firewalls ein Nachbarschaftsprotokoll: CDP oder LLDP, möglichst einheitlich, bevorzugt LLDP.
  • Cisco-Geräte mit SNMPv3 brauchen die passenden SNMPv3-Kontexte für die VLAN- und die Bridge-MIB, damit gelernte MAC-Adressen und VLAN-Zuordnungen vollständig gelesen werden.
  • Der Name des Geräts kommt aus dem SNMP-Systemnamen (OID 1.3.6.1.2.1.1.5). Fehlt er, steht die IP-Adresse als Name da.

Die Ziele eintragen

Der Schritt Ziele trägt eine Tabelle mit einer Zeile je Ziel. Die Spalten sind bei beiden Modulen fast gleich: In die Zielspalte darf eine einzelne Adresse, ein Bereich, ein Netz in CIDR-Schreibweise (z. B. /24) oder ein Hostname. Ein ganzes Netz passt damit in eine Zeile.
Die Spalte heißt bei beiden Modulen Anmeldedaten, obwohl bei SNMP v1 und v2 darin eine Community steht und kein Konto. Der Eintrag im Feld Anmeldedaten für alle Ziele über der Tabelle gilt für alle Zeilen ohne eigene Zuweisung. Bei SNMP v1 und v2 bleibt die Zelle je Zeile ein Auswahlfeld mit Freitext – so lässt sich eine Community direkt in die Zeile tippen.
Timeout (ms) wird beim Verlassen des Feldes stillschweigend auf 100 bis 60000 begrenzt, ohne Meldung. Prüfen Sie den Wert nach der Eingabe noch einmal.
Cisco-Geräte antworten teils spät. Findet der Scan nicht alle Geräte, erhöhen Sie Timeout (ms).

Die Zugangsdaten

Ein Eintrag des Typs SNMP v1 und v2 trägt ein einziges Feld: die Community. Ein Eintrag des Typs SNMPv3 trägt Benutzername, Authentifizierungsalgorithmus (Keine, MD5 oder SHA-1), Authentifizierungspasswort, Verschlüsselungsalgorithmus (Keine, AES, AES-128, AES-192, AES-256, DES oder TDES), Verschlüsselungspasswort und Kontextname.
Steht die Authentifizierung auf Keine, springt die Verschlüsselung automatisch auf Keine zurück: Verschlüsselung ohne Authentifizierung gibt es in SNMPv3 nicht und lässt sich hier auch nicht anlegen.
Anlegen können Sie beide unter Scan › Anmeldedaten oder direkt im Assistenten über die Zeile Neue Anmeldedaten… im Auswahlfeld.
Tragen Sie zuerst den Eintrag über der Tabelle ein und weichen Sie erst danach je Zeile davon ab. Die Zusammenfassung zeigt später, wie viele Ziele vom Standard abweichen – damit lässt sich prüfen, ob eine Zeile vergessen wurde.

Häufige Probleme

Nicht gescannte Geräte prüfen

Wird ein Gerät nicht gescannt, prüfen Sie der Reihe nach:
  1. Unterstützt das Gerät SNMP? Wenn nicht, erfassen Sie es von Hand.
  2. Ist SNMP auf dem Gerät aktiviert?
  3. Antwortet das Gerät dem Gateway auf Ping? Sonst die Netzwerkverbindung prüfen.
  4. Liegt eine Firewall dazwischen? Deren Protokoll prüfen.
  5. Stimmen Community beziehungsweise SNMPv3-Zugangsdaten?
  6. Enthalten Community, Benutzername oder Passwort einen Backslash (\) oder ein @? Viele Geräte haben damit Probleme – ändern Sie die Angabe.
  7. Ist der Rechner des Gateways auf dem Gerät für SNMP-Abfragen freigegeben?
  8. Ist der Zugang auf den OID-Baum berechtigt?
  9. Blockieren Monitoring, Firewall oder Sicherheitslösungen (Flooding Protection, Intrusion Protection) die Abfrage? Dann Ausnahmen einrichten.
  10. Liegt das Gerät im angegebenen Adressbereich?
  11. Liest ein anderes Werkzeug, etwa der Paessler SNMP Tester, Werte wie Uptime oder Beschreibung? Wenn ja, wenden Sie sich an den Support.
  12. Ist die Firmware aktuell?

Weiterführend

Welche Typen aus diesen Scans entstehen, steht unter Netzwerk und Geräte. Was Docusnap365 im Netz findet, aber keinem Typ zuordnen kann, steht in Unbekannte Systeme.