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IT-Dokumentation - Der Blog

Dokumentation der IT-Verkabelung

Mi, 17. Juni 2015

Es gibt kaum etwas das im IT-Umfeld nicht dokumentiert werden sollte. Wahrscheinlich am wenigsten Beachtung findet dabei die Dokumentation der physikalischen IT-Verkabelung. Zu Unrecht, denn für einen ordentlichen IT-Betrieb ist dies auf jeden Fall notwendig und sinnvoll. Die Dokumentation der IT-Verkabelung ist auch nicht so schnelllebig wie im Netzwerkumfeld, denn sie ändert sich nicht so häufig. Netzwerkkabel und viele Patchfelder werden über viele Jahre unverändert betrieben. Eine Gebäudeverkabelung ist schließlich auch nicht so einfach auswechselbar. Eine Erweiterung kommt sicherlich einmal vor, diese sollte dann aber relativ schnell in der Dokumentation nachgezogen werden können. Vorausgesetzt Sie haben sich Gedanken über Vorgaben bei der Dokumentation gemacht.

Nicht nur nice-to-have, sondern sicherheitsrelevant

Die Dokumentation der physikalischen IT-Verkabelung hat durchaus sicherheitsrelevante Aspekte. So findet sie sich auch im BSI IT-Grundschutz-Kompendium. Eine umfassende Dokumentation der IT-Verkabelung besteht danach aus mehreren Teilen:

  • Trassenverlauf und -nutzung im Gebäudeabschnitt,
  • Trassenverlauf, Leitungsführung und Lage der Anschlussdosen pro Etage,
  • Raumpläne für alle Technikräume der IT-Verkabelung mit Schrankaufstellung und eventuellen Einspeisungspunkten von Fremdnetzen,
  • Schrankansichtspläne mit Schrankeinbauten und Patchplänen,
  • Konformitätsnachweise über die auftragsgerechte Ausführung,
  • Lieferinformationen, Messprotokolle und Abnahmeprüfungen.

Dies in Papierform anzufertigen, dürfte heute kein gangbarer Weg mehr sein. Auch CAD Anwendungen werden sich als wenig praktikabel erweisen, da bei deren Bedienung zumeist einiges an Ausbildung notwendig ist. Deshalb wird auch hier wieder vorrangig auf Microsoft Visio, vielleicht auch in Verbindung mit Excel, gesetzt. Es gibt aber auch spezielle Software auf dem Markt, beispielsweise Faciplan der Firma Faciware. Damit können sehr granulare Pläne erstellt werden inklusive Suchfunktion. Steht man beispielsweise vor seinem Patchfeld und möchte kontrollieren in welchen Raum eine Datenleitung geht, dann kann man einfach nach der Anschlussdosennummer suchen und bekommt als Ergebnis den Raum angezeigt. Damit wird der IT-Support beim Einrichten von Arbeitsplätzen optimal unterstützt.

Strukturieren Sie ihre Herangehensweise

Fangen Sie mit der Dokumentation vorne am Übergabepunkt des ISP an und hören Sie hinten bei den einzelnen Netzwerkdosen auf. Dazwischen liegen die ganzen Netzwerkkabel, Lichtwellenleiter, Patchfelder, Switche, Router, etc. Als sehr praktisch kann es sich erweisen, wenn auch die Anschlussgeschwindigkeiten der jeweiligen Ports der Netzwerkverteiler aufgenommen werden. Damit kann man auch möglichen Performanceproblemen im Netzwerk auf die Spur kommen. Da man sich zur Kontrolle der eingestellten Verbindungsgeschwindigkeit wohl auf die meisten Netzwerkswitche aufschalten muss, kann man auch nebenbei gleich mal die konfigurierten Passwörter kontrollieren. Sind alle Standard-Passwörter geändert worden und sind diese auch dokumentiert?

Bei der Dokumentation der IT-Verkabelung gilt es auch noch zwischen der internen und externen Dokumentation zu unterscheiden. Mit externer Dokumentation ist die Beschriftung der Netzwerkdosen in den Büroräumen gemeint. Natürlich müssen diese Datendosen beschriftet werden. Eine Dosennummer und die Nummer des Patchfeldes, auf dem das Netzwerkkabel am anderen Ende aufgelegt ist, gehören dazu. Mehr aber auch nicht, denn je weniger Informationen Dritte über Ihr Netzwerk haben desto besser. In der internen Dokumentation dagegen gehört natürlich alles hinein. Deshalb muss diese Dokumentation auch gegen unautorisierten Zugriff geschützt werden. Der Zugriff sollte auf IT-Mitarbeiter eingeschränkt sein, andere Mitarbeiter werden es wahrscheinlich eh nicht verstehen und benötigen deshalb auch erst gar keinen Zugriff.

Zugegeben, abhängig von der Netzwerkgröße ist es ein weiter Weg bis zur vollständigen Dokumentation der IT-Verkabelung. Aber es lohnt sich. Vor allem bekommen Sie gewachsene Netzwerke wieder in den Griff. Natürlich, bei einem kleineren Büro lohnt sich das nicht wirklich. Haben Sie aber größere oder auch mehrere Firmengebäude, Lagerhallen, Produktionsstätten, so wird sich keiner merken können wo sich welche Räume und welche Dosen befinden. Damit schützen Sie sich und Ihr Unternehmen auch vor Wissensverlust bei wechselnden Mitarbeitern oder wechselnden externen Dienstleistern.